Worum geht es? Es geht nicht darum, drohend den Zeigefinger zu heben und den Konsum von Drogen zu verteufeln, sondern darum, eine Grundlage für eine vernünftige Diskussion über Drogen im Straßenverkehr zu liefern. Die Studie wird vom IZVW durchgeführt. Das IZVW ist ein verkehrspsychologisches Institut an der Universität Würzburg. Als universitäre Einrichtung sind wir von niemandem abhängig und können völlig unvoreingenommen an die Fragestellung herangehen. Das Projekt, das von der EU gefördert wird, heißt DRUID. Der Name steht für »Driving under the Influence of Drugs, Alcohol and Medicines« (zu deutsch „Fahren unter dem Einfluss von Drogen, Alkohol und Medikamenten“). Insgesamt arbeiten an dem Projekt 37 Forschungseinrichtungen in 19 europäischen Ländern..

Unsere Aufgabe besteht darin, aufzuzeigen, welche Arten von Drogen wie häufig im Verkehr vorkommen. Für unsere Untersuchung, mit der wir diese Frage beantworten wollen, suchen wir deshalb Teilnehmer, die regelmäßig Drogen nehmen und solche, die nie Drogen konsumieren. Wenn Du Interesse hast, so solltest Du einen Führerschein haben und regelmäßig aktiv am Verkehr teilnehmen.

Deine Aufgabe besteht darin, mehrere Wochen lang täglich mit Hilfe eines Blackberrys einen Fragebogen auszufüllen. Wenn Du Drogen konsumierst, dann interessiert uns, wann Du dies tust und ob Du danach noch Auto fährst. Außerdem wollen wir wissen, wie viele Wege Du täglich zu welchem Zweck zurücklegst und welches Verkehrsmittel Du dabei benutzt. Gehörst Du zu den Fahrern, die keine Drogen konsumieren, so interessieren uns ausschließlich die täglichen Wege, die Du zurücklegst. Alle Angaben werden natürlich anonym und vertraulich behandelt. Für die Teilnahme erhältst Du von uns eine Aufwandsentschädigung von bis zu 300 Euro.

Wohin könnte das führen? Im Gegensatz zu Alkohol gibt es bei illegalen Drogen keine Grenzwerte für die Teilnahme am Straßenverkehr. Wenn jemand aktiv am Straßenverkehr teilnimmt und Drogen im Blut nachweisbar sind, wird er bestraft, egal wie lange der Konsum zurückliegt. Seit längerem wird eine Neugestaltung dieser verkehrsrechtlichen Regelung diskutiert. Als Grundlage dieser Diskussion ist es wichtig zu wissen, wie lange Drogen im Blut nachweisbar sind, unter welcher Menge es zu einer Leistungsbeeinträchtigung kommt und wie häufig Fahrten unter Drogen überhaupt vorkommen. Das Projekt DRUID – und somit auch unsere Studie – versucht, vorhandene Wissenslücken zu schließen und eine solide Grundlage für EU-weite Vorschriften über das Fahren unter Drogeneinfluss zu liefern.

Was ist das IZVW? Das IZVWunter der Leitung von Prof. Dr. Hans-Peter Krüger ist eine Institution der Universität Würzburg. Es bearbeitet verkehrsbezogene Fragestellungen und beschäftigt 25 wissenschaftliche Mitarbeiter unterschiedlicher Fachrichtungen (z.B. Psychologie, Informatik, Ingenieurswesen). Die Themen reichen von Alkohol, Drogen und Medikamenten im Verkehr über Müdigkeit am Steuer bis hin zur Bewertung von Fahrerassistenzsystemen und der Entwicklung von Fahrausbildungskonzepten.